Unterstützung des Aufbaus und des Erhalts von Form und Funktion des Bewegungsapparats ist eine Grundaufgabe der Orthopädie.

Die Orthopädie umfasst in erster Linie die Vorbeugung, Erkennung und Behandlung von Erkrankungen des Bewegungsapparats. Dieser besteht  vor allem aus Knochen, Gelenken, Muskeln und Sehnen mit all ihren Verbindungen und nervlicher Steuerung. Das möglichst frühe Erkennen von Erkrankungen oder deren Vorstufen ist besonders im Säuglings- und Kindesalter enorm wichtig. Denn hier sind meist die Behandlungsaussichten besonders gut: oft lässt sich die Entstehung von strukturellen Schäden verhindern. Beispiele sind die Früherkennung der Hüftdysplasie in den ersten Lebenswochen durch die Ultraschalldiagnostik oder die Abklärung von Fußfehlformen z.B. durch die Untersuchung mit dem Podometer. Auch die frühzeitige Diagnose und Behandlung von Wirbelsäulenerkrankungen (z.B. Skoliose) oder Achsabweichungen der Beine (O-Bein, X-Bein) ist notwendig. Spezielle orthopädische Vorsorgeuntersuchungen werden derzeit von Seiten der Gesetzlichen Krankenkassen leider nicht empfohlen bzw übernommen, dennoch wäre in Zusammenarbeit mit den Kinderärzten eine orthopädische Untersuchung im Alter von 6 bis 8 Wochen (U3), vor der Einschulung sowie mit 10 bis 12 Jahren sinnvoll.  In der Jugend und im jungen Erwachsenenalter liegen die Schwerpunkte der orthopädischen Tätigkeit besonders in der Vorbeugung und der Behandlung von Sportverletzungen und Sportschäden. Funktionelle Verbände mit Tape, schützende Bandagen und Orthesen, Trainingstherapie, physikalisch-krankengymnastische Maßnahmen und, wenn notwendig, auch operative Eingriffe gehören hier zu den wichtigsten Behandlungsmöglichkeiten der Sportorthopädie. Im mittleren Erwachsenenalter dominieren in der orthopädischen Praxis Erkrankungen der Bandscheiben wie Vorwölbung oder Vorfall, Wirbelgelenksinstabilitäten und Überlastungen z.B. der Sehnenansätze wie Epikondylitis oder Fersenspornbeschwerden. Auch die Menisken des Kniegelenks verursachen häufig Probleme. Im höheren Lebensalter führen besonders Verschleißerscheinungen des Knorpels der Wirbel- und Extremitätengelenke (Arthrose) zu Schmerzen und Funktionseinschränkungen. An der Wirbelsäule treten durch Abnutzungserscheinungen häufig Nerveneinengungen mit chronischen Reizzuständen auf. In diesen Fällen ist eine vollständige Wiederherstellung leider meist nicht mehr möglich, der Schwerpunkt der Behandlung liegt auf der Schmerzreduktion und der Verbesserung von Beweglichkeit und Belastbarkeit. Hierzu gibt es viele Therapieoptionen wie physikalische Therapie, Krankengymnastik, Chirotherapie, medikamentöse Schmerztherapie, Therapie des Knorpelstoffwechsels, Orthesen und Bandagen. Bei fortgeschrittenen Fällen hat die operative Behandlung z.B. Implantation einer Gelenksendoprothese oft gute Ergebnisse.

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